Operative Verfahren

Die Operation der Prostata

Zur Verfügung stehen neben der offenen Operation auch Operationsverfahren, die als weniger körperlich belastend für den Patienten gelten. Die Standardmethode ist die minimal invasive Entfernung von Prostata-Gewebe durch die Harnröhre, die sogenannte transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P). Bei den verfügbaren OP-Techniken besteht das Risiko, dass aufgrund sich erneut vergrößernden Prostatagewebes ein weiterer operativer Eingriff notwendig wird. Laut des Berichts des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) aus dem Jahr 2009 war hinsichtlich der Effektivität der einzelnen Methoden bislang kein signifikanter Unterschied nachweisbar. Hinzu kommt, dass nicht jedes Operationsverfahren von jeder Krankenkasse erstattet wird. Diese Themen sollten i.d.R. Inhalt des Aufklärungsgespräches zwischen Arzt und Patient sein.

Jede Operation ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Welches operative Verfahren für welchen Patienten infrage kommt, muss deswegen individuell unter Abwägung von Nutzen und Risiken mit dem Patienten ausführlich diskutiert werden. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Faktoren wie Alter, Allgemeinzustand und mögliche Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) sowie die dafür eingenommenen Medikamente.

Ganz entscheidend für den Erfolg einer Operation und die Vermeidung von Komplikationen ist die Erfahrung des jeweiligen Operateurs. Zu den unerwünschten Nebeneffekten bzw. Komplikationen nach einer Operation der Prostata zählen unter anderem ungewollter Harnabgang (Harninkontinenz), Potenzprobleme, Harnröhrenverengung aufgrund von Narbengewebe und eine Störung des Samenergusses, bei der die Samenflüssigkeit rückwärts in die Harnblase ausgestoßen wird (sogenannte retrograde Ejakulation).

Mit einem frühzeitigen Beginn einer angemessenen medikamentösen Behandlung kann in vielen Fällen das Risiko eines akuten Harnverhalts (Entleerung der Harnblase plötzlich nicht mehr möglich) oder eines operativen Eingriffs und die damit verbundenen Komplikationen verringert werden.