Medikamentöse Therapieoptionen

Phytotherapie

Die pflanzlichen Produkte aus Extrakten von Kürbiskernen, der Sägepalmfrucht oder anderen Pflanzen sind wohl auch deshalb so populär, weil sie ohne Rezept verfügbar sind und scheinbar eine leichte Lösung des Problems darstellen. Phytotherapeutika können bei Patienten mit geringen bis moderaten Beschwerden und Leidensdruck in Betracht kommen. Eine allgemeine Empfehlung für den Einsatz von Phytotherapeutika kann derzeit jedoch nicht gegeben werden.

Alpha-Blocker

Alpha-Blocker führen zu einer Entspannung der glatten Muskulatur, die Druck auf die Harnröhre ausübt. Dadurch kommt es zu einer schnellen Symptomlinderung. Das Prostatavolumen wird nicht beeinflusst. Alpha-Blocker können langfristig (länger als 1 Jahr) akute Harnverhaltungen oder die Notwendigkeit einer Prostataoperation nicht verhindern.

5-Alpha-Reduktasehemmer

Das Prostatavolumen wird durch 5-Alpha-Reduktasehemmer reduziert und damit die Ursache der Erkrankung medikamentös behandelt. Dadurch kommt es zu einer langanhaltenden Verbesserung der Beschwerden. Das Risiko für einen akuten Harnverhalt oder eine BPH-bedingte Operation wird durch 5-Alpha-Reduktasehemmer deutlich verringert.

PDE5-Hemmer

PDE5-Hemmer werden bei der Behandlung von Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion), von Bluthochdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie) und von Beschwerden durch eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH) eingesetzt. In der Therapie der BPH-Beschwerden führen PDE5-Hemmer zu einer Erschlaffung der glatten Muskulatur von Prostata und Harnblase, wodurch die Beschwerden der BPH gelindert werden. Eine Verringerung des Prostatavolumens bzw. des Risikos für einen akuten Harnverhalt oder eine BPH-bedingte Operation ist nicht nachgewiesen.

Anticholinergika

Anticholinergika werden bei älteren Patienten eingesetzt, um Harninkontinenz und zum Teil auch BPH-Beschwerden in den Griff zu bekommen. Dabei ist eine Gabe gemeinsam mit anderen Medikamenten zu erwägen, um die Nebenwirkungen der Anticholinergika zu reduzieren.

Auch die Kombinationen verschiedener Therapieansätze sind möglich.