Prostata-Info.de  
Die BPH in der Praxis
 
Medikamentöse Möglichkeiten zur Behandlung der Symptome der unterschiedlichen Schweregrade der BPH

Phytopharmaka

Phytopharmaka nennt man Arzneimittel, die aus pflanzlichen Bestandteilen hergestellt werden. Diese werden bevorzugt bei leichten BPH-Symptomen (IPSS-Score 0-7) eingesetzt, wobei allerdings bei diesen Patienten oft das sogenannte "Beobachtende Zuwarten" (Watchful Waiting) zum Tragen kommt. Phytopharmaka zeichnen sich durch hohe Verträglichkeit aus. Für die symptomatische Behandlung der Benignen Prostatahyperplasie gibt es Extrakte aus Sägepalme, Brennnesselwurzel, Kürbis, Salbei, Roggen sowie so genannte Phytosterole. Viele Jahre waren die Phytopharmaka die einzig verfügbaren Arzneimittel bei Prostatabeschwerden. Die Wirksamkeit von neu entwickelten Arzneimitteln ist jedoch deutlich besser in Studien belegt.

Alpha-Blocker

Diese rezeptpflichtige Medikamenten-Gruppe wirkt rein symptomatisch, erweitert den Blasenausgang und entspannt beziehungsweise entlastet die Prostata. Alpha-Blocker werden meist bei moderaten BPH-Symptomen (IPSS-Score 8-19) zur Verbesserung der Miktionsbeschwerden eingesetzt. Zumeist werden Patienten mit moderaten BPH-Symptomen nur symptomatisch mit einem Alpha-Blocker behandelt, obwohl die kombinierte Gabe mit einem kausal wirkenden 5-Alpha-Reduktase-Inhibitor frühzeitig, bereits bei moderater BPH, die Krankheitsprogression hemmen würde.

5-alpha-Reduktasehemmer

Diese ebenfalls rezeptpflichtige Medikamenten-Klasse kann als einzige kausal auf das Wachstum der Prostata-Geschwulst einwirken. Ab moderaten bis schweren BPH-Symptomen ist die kombinierte Gabe kausal auf das Prostatavolumen wirkender 5-Alpha-Reduktase-Inhibitor mit einem symptomatisch wirkenden Alpha-Blocker angezeigt. 5-Alpha-Reduktasehemmer, wie Dutasterid, sind in der Lage, ab einer bestimmten Prostatagröße das Wachstum nicht nur aufzuhalten, sondern sogar zu einer Verkleinerung der Geschwulst zu führen. Das bewirkt zum eine Verbesserung störender Beschwerden beim Wasserlassen. Darüber hinaus kann das Risiko schwerwiegender Komplikationen wie etwa eines akuten Harnverhalts oder einer Operation reduziert werden.  


Dezember 2009


Dezember 2009

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