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Männer und Lebenserwartung

Männer leben riskant und hart am Limit, sie rauchen, trinken und fliegen mit 200 Sachen über die Autobahn ... - Auch wenn dieses bekannte Männerbild heute nicht mehr ohne weiteres zutrifft, ist das männliche Gesundheitsbewusstsein leider immer noch Mangelware. Gesundheitsvorsorge? Kinderkram. Kopfweh? Alles halb so wild. Probleme und Ängste? Nicht existent. Es scheint, als hätten Männer in Sachen Gesundheit viel nachzuholen. Immer noch hören sie viel zu selten auf die Warnsignale ihres Körpers, überschätzen ihre körperliche Fitness und deuten Krankheitssymptome falsch.


Erreichten noch 1840 nur 50 Prozent der männlichen Bevölkerung das fünfzigste Lebensjahr¹, so ist in den vergangenen Jahrzehnten eine kontinuierliche Zunahme der durchschnittlichen Lebenserwartung auch bei den Männern zu verzeichnen.

Männer sterben häufiger an Magen-Darm-Erkrankungen, Herz-Kreislauf- oder Tumorerkrankungen als Frauen. In der Regel fällt der Vergleich zu Ungunsten des männlichen Geschlechts aus. Dies gilt übrigens nicht nur für die natürlichen Todesursachen, sondern auch für die nicht natürlichen wie Unfälle und Selbstmorde. Britische Wissenschaftler haben eine weitere Ursache finden können, die Einfluss auf die Lebenserwartung von Männern nimmt: die Körpergröße. Darauf deuten Analysen an 93 Säugetierarten. Die Größe macht Männchen anfälliger für verschiedene Parasiten. Weitere Resultate haben gezeigt, dass mit zunehmender Größe das Infektionsrisiko steigt, Parasiten haben eine größere Angriffsfläche zur Verfügung.

Die gute Nachricht: Männer können aufholen

Heute haben Männer gute Chancen, in Sachen Gesundheit rasant aufzuholen. Der wichtigste Grundstein sind regelmäßige Gesundheitskontrollen und Vorsorgeuntersuchungen. Ein gesunder Lebensstil kann den Mann länger leben lassen und ihn vor Beschwerden schützen. Das heißt auch, regelmäßig den Arzt aufzusuchen, wenn sich Beschwerden einstellen. Auch wenn Mann meint, es sei schwer, bestimmte Beschwerden zu beschreiben, besonders wenn es sich um intime Körperregionen handelt.

In jüngster Zeit motiviert der neue Wellness-Trend immer mehr Männer, sich für ihre Gesundheit zu interessieren. Die Chancen stehen gut, dass sich die Lebenserwartung dadurch erheblich verbessert. Gefährliche Alterserkrankungen lassen sich durch bestimmte Maßnahmen und einen gesünderen Lebenswandel vermeiden beziehungsweise verzögern. Dies gilt zum Beispiel für Krankheiten wie Herzinfarkt, Lungenkrebs, Prostatakrebs, Dickdarmkrebs, Diabetes mellitus und viele andere. Den Vätern sei gesagt, dass Kinderbetreuung ihre Lebenserwartung steigert. Nach einem anstrengenden Arbeitstag kann das Spielen mit den Kindern helfen, Aggressionen sowie Stress abzubauen. Sozialmediziner sagen: "Wer wie ein Mann lebt, wird wie ein Mann sterben." - Ein gesünderer Lebensstil würde dem männlichen Geschlecht nützen.

¹ Statistisches Bundesamt


Dezember 2009

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