Zur Erkennung und Diagnose einer möglichen Prostata-Vergrößerung gibt es verschiedene Methoden.
Obwohl völlig unkompliziert, wird diese Untersuchung von vielen Männern als unangenehm empfunden, weil der Arzt die Prostata mittels eines eingeführten Fingers durch den Darm untersucht (
rektale Untersuchung). Diese Untersuchung gibt dem Arzt eine Orientierung über die Größe einer vorhandenen Geschwulst sowie über Form, Konsistenz oder Schmerzempfindlichkeit der Prostata. Außerdem gibt die rektale Untersuchung mögliche Hinweise auf andere Erkrankungen der Prostata und des Enddarms.
Die Kraft des Harnstrahls gibt dem Arzt Auskunft über die Befindlichkeit des Patienten. Zur exakten Bestimmung kann die Harnstrahlstärke bzw. -schwäche mit Hilfe eines sogenannten
Urinfluss-Messgerätes objektiv bestimmt werden. Um ein zuverlässiges Resultat zu erhalten, muss die Blase mindestens 200 ml Urin enthalten, das heißt sie muss ziemlich voll sein.
Unter Restharn versteht man die Harnmenge, die nach dem Wasserlassen noch in der Blase verbleibt. Die Bestimmung der Restharnmenge erfolgt in der Regel mit Hilfe eines Ultraschallgerätes. Nur in besonderen Fällen ist dazu noch immer der
Katheter sinnvoll.
Die Urinuntersuchung zeigt, ob eine Infektion vorliegt und gibt Hinweise darauf, ob außerdem noch Blasen- und Allgemeinerkrankungen wie Steine, Geschwulstbildungen und eine Zuckerkrankheit (Diabetes) besteht.
Für die genaueste Urinuntersuchung wendet man die sogenannte
"Drei-Gläser-Probe" an. Die Urinmenge eines einmaligen Wasserlassens wird in drei Gläsern aufgefangen: 1. Glas: Beginn der Blasenentleerung mit wenig Urin (Inhalt der Harnröhre); 2. Glas: Hauptmenge des Urins aus der Blase; 3. Glas: Rest des Urins, gemischt mit Prostatasekret (häufig nach rektaler Prostatamassage mit Sekretgewinn).
Der in drei Gläsern aufgefangene Urin wird mikroskopisch untersucht, wobei vor allem auf eine Vermehrung der Entzündungszelle (Leukozyten=weiße Blutkörperchen) und auf das Vorhandensein von
Bakterien geachtet wird.
Um eine bösartige Erkrankung auszuschließen, ist neben der rektalen Tastuntersuchung die Bestimmung des Tumormarkers "Prostata Spezifisches Antigen" (
PSA) erforderlich. PSA ist ein Eiweiß, das in der Vorsteherdrüse gebildet wird und dessen Menge bei einer Prostataerkrankung im Blut erhöht sein kann. Dabei gilt für Patienten mittleren Alters ein PSA über 4 als suspekt. Auch ein Anstieg der PSA um mehr als 20 Prozent innerhalb eines Jahres kann ein Zeichen auf einen nicht gutartigen Prozess sein. Bei erhöhten PSA-Werten ist dringend eine weitere diagnostische Abklärung über die Ursache erforderlich!
Da Prostatakrebs in den meisten Fällen nur langsam wächst, ist in keinem Falle Anlass gegeben zu panikartigen Reaktionen und vorschnellen Therapie-Entscheidungen!
Mit Hilfe einer feinen
Biopsie-Nadel wird eine winzige Gewebeprobe aus der krankheitsverdächtigen Prostata entnommen, die in einem Speziallabor auf die Beschaffenheit ihrer Zellen untersucht und ausgewertet wird.
Bei fortgeschrittenen Prostatabeschwerden, besonders bei blutigem Urin, kann eine Röntgenuntersuchung der Niere und der Harnwege (Harnleiter, Blase), die sogenannte
Urographie notwendig werden.
Hierbei werden Harnröhre und Blase durch ein
Endoskop, eine Art "medizinisches Fernrohr" besichtigt. Diese Untersuchungsmethode ermöglicht das Erkennen von Blasenwandschäden und anderen Blasenwanderkrankungen (zum Beispiel Geschwülsten). Darüber hinaus gibt sie dem Arzt Erkenntnisse über die geeignete Behandlungsmethode einer BPH.
Von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt kann diese nicht ganz angenehme Untersuchung mit einem schmerzausschaltenden Gleitmittel beim Einführen durch die Harnröhre Erleichterung verschaffen.
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