Glossar Prostata Info

Erklärung einiger Fachausdrücke

5-alpha-Reduktase: Enzym, das Testosteron zum aktiven Hormon Dihydrotestosteron umwandelt. Enzyme sind körpereigene Eiweiße, die chemische Reaktionen im Körper vorantreiben und die Reaktionszeit verkürzen.

5-alpha-Reduktasehemmer: Wirkstoff, der die Enzyme, die an der Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron(DHT) beteiligt sind, blockiert.

Adenom (der Prostata): gutartige Geschwulst der Vorsteherdrüse; gleichbedeutend mit Prostatahyperplasie

Adenomektomie: Entfernung eines Adenoms, zum Beispiel des Prostataadenoms

Adnexe: die inneren Genitalorgane, beim Mann die Prostata und die Samenblase

Adnexitis: Entzündung der Samenwege und der Prostata

Anästhesie: Schmerzbetäubung für die Operation. Bei Prostataoperationen wird meist eine Lumbal- oder Periduralanästhesie durchgeführt. Darunter versteht man, dass die Schmerzunempfindlichkeit der unteren Körperhälfte durch Einspritzen eines Betäubungsmittels in oder neben den Rückenmarkssack bewirkt wird. Dazu werden Beruhigungsmittel verabreicht, die jede Erinnerung an das Geschehen im Operationssaal ausschalten.

Antibiotika: Mittel aus Stoffwechselprodukten von Mikroorganismen (Pilzen, Bakterien), die andere Mikroorganismen hemmen oder abtöten, zum Beispiel Penicillin

Ausscheidungsurogramm: durch Einspritzen eines schattenerzeugenden Mittels (jodiertes Kontrastmittel) in die Blutbahn ist eine Kontrastmitteldarstellung der Harnwege möglich

Bakterien: einzellige Kleinlebewesen, die eine Entzündung hervorrufen können

Balkenblase: Durch Mehrarbeit der Blase (zum Beispiel Blasenauslasswiderstand) entstehen verdickte Muskelzellstränge der Harnblasenmuskulatur, die durch die Schleimhaut „wie Balken“ deutlich in den Blasenhohlraum hervortreten.

Ballonkatheter (Dauerkatheter): Katheter, die selbsthaltend in der Blasse belassen werden können, indem ein Ballon hinter dem Katheterauge aufgeblasen wird. Der Katheter dient der dauernden Harnableitung.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH): siehe Prostatahyperplasie

Bindegewebe: faserartiges, festes Körpergewebe mit Stützfunktion

Biopsie: Probeweise Gewebsentnahme mit dem Skalpell oder mit einer geeigneten Hohlnadel zur Beurteilung des Gewebebildes im Labor. Mit dieser Beurteilung kann (ohne eigentliche Operation) entschieden werden, ob zum Beispiel eine gutartige oder eine bösartige Geschwulst vorliegt.

Blasendivertikel: Ausstülpung der Blasenschleimhaut durch die Muskelschicht der Blasenwand hindurch

Blasenspiegel: Instrument zur Besichtigung der Harnröhre, Prostata und Blase mit einer elektrischen Lichtquelle

Blutschlackenstoffe: Stoffwechselendprodukte wie Harnstoff und Kreatinin, die mit dem Urin ausgeschieden werden

Chemotherapeutika: chemisch reine synthetische Substanzen, die Infektionserreger hemmen oder abtöten

Chemotherapie: zusammenfassende Bezeichnung für die medikamentöse Behandlung von Infektionen mit modernen bakterienabtötenden Substanzen, zu denen auch die Antibiotika gehören

Dihydrotestosteron: entsteht durch die Umwandlung des Hormons Testosteron im Gewebe

Divertikel: Ausstülpung in einem Hohlorgan, zum Beispiel im Darm oder in der Blase (siehe Blasendivertikel)

Drei-Gläser-Probe: Der Harn wird nacheinander in drei verschiedenen Gläsern aufgefangen. Die Probe dient der Lokalisierung von Harnwegsinfekten.

Ejakulat: bezeichnet die Samenflüssigkeit oder das Sperma, welches vorwiegend aus den Sekreten der Prostata, der Samenblasen und den Samenzellen bestehen

Elektroresektion: Resektion bedeutet Ausschneidung von Gewebe, zum Beispiel von Geschwulstgewebe. Bei der Elektroresektion erfolgt diese Ausschneidung mit Hilfe von elektrischen Strom. Diese Methode eignet sich besonders gut für Prostata- und Blasengeschwülste.

Endoskop: optisches Instrument zur Untersuchung von Körperhöhlen

Endoskopie: Zusammenfassender Begriff für eine Untersuchung zur Besichtigung von Hohlorganen oder Körperhöhlen (Harnröhre, Blase, Harnleiter, Magen-Darm, Gelenke usw.). Das Endoskop wird bei dieser Untersuchung eingesetzt.

Harn: die von den Nieren abgesonderte Flüssigkeit

Harnvergiftung: Vergiftung des Körpers durch im Blut zurückgebliebene Schlackenstoffe infolge ungenügender Harnausscheidung

akuter Harnverhalt oder Harnsperre: Situation, bei der es dem Patienten nicht mehr möglich ist, Wasser zu lassen. Meist plötzlicher „Verschluss“ der Blase. Sehr schmerzhafter Zustand, der durch das Legen eines Blasenkatheters (für kurze Zeit) oder Zystostomie behoben werden muss.

Hoden/ Nebenhoden: Die Hoden sind die Hauptgeschlechtsdrüsen des Mannes. Die Nebenhoden liegen den Hoden unmittelbar an und enthalten den ersten Abschnitt der Samenausführungsgänge. Die Hoden produzieren einerseits die Samenfäden und andererseits den Hauptanteil der männlichen Hormone, die direkt ins Blut abgegeben werden. Die Nebenhoden sind an der Aktivierung der Samenfäden beteiligt.

Hormon: Körpereigener Wirkstoff, der von Drüsenzellen direkt ins Blut abgegeben wird (zum Beispiel Geschlechtshormone aus den Hoden oder Wachstumshormone aus der Hirnanhangsdrüse). Im Gegensatz zu den Hormonen werden die von den Drüsen produzierten Enzyme durch Ausführungsgänge in Hohlorgane abgegeben.

Inkontinenz: unwillkürlicher Abgang von Harn (Harninkontinenz) oder Stuhl (Stuhlinkontinenz)

Instillation: Einspritzen einer Flüssigkeit zum Beispiel in die Harnröhre

Isoenzym: Enzyme mit gleicher Funktion aber unterschiedlicher Eiweißstruktur und Herkunft.

Kältechirurgie/ Kryochirurgie: Zerstörung von erkranktem Gewebe, besonders von Geschwulstgewebe durch Vereisungsbehandlung. Derzeit für die Behandlung von Prostatageschwülsten kaum mehr gebräuchlich.

Karzinom: Krebsgeschwulst

Kastration: operative Entfernung oder Röntgenzerstörung der Hoden beziehungsweise der Eierstöcke

Katheter: Röhrenförmiges Instrument, das zur Harnableitung durch die Harnröhre in die Blase eingeführt wird. Unter Dauerkatheter versteht man einen selbsthaltenden (Ballon-) Katheter, der für längere Zeit (Tage bis Wochen bis Monate) zur Harnableitung in der Blase belassen wird (siehe Ballonkatheter).

Kongestion: Blutüberfüllung

Kongestionsprostatitis: Erkrankung des vegetativen Nervenzentrums, die mit einer Blutüberfüllung der Prostata einhergeht und die gleichen Beschwerden wie bei einer echten Prostataentzündung hervorruft, ohne dass eine Infektion mit Bakterien vorliegt

Lithotripsie: Steinzertrümmerung

Lithotripter: Steinknacker, Instrument zum Zertrümmern von Blasensteinen

Lymphknoten: in das Lymphgefäßsystem eingeschaltete Organe, die Bakterien oder Geschwulstzellen auffangen können

Miktion: Harnlassen

Mittelstrahlurin: Der während der Miktion aus dem Harnstrahl aufgefangene Urin, wobei der erste Strahl des Urins nicht aufgefangen wird, da er die Harnröhre reinigt und so vermehrt Bakterien aufweist. Der Mittelstrahl gibt ein zuverlässigeres Untersuchungsergebnis vom Urin.

Neurose: tief wurzelnde, krankhafte seelische Störung

Orchitis: Hodenentzündung

Penisklemme: mit Schaumgummi gepolsterte Klammer zum Harnröhrenverschluss durch Kompression des Gliedes bei unfreiwilligem Harnabgang (Harnträufeln)

Potenz: Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr oder Zeugungsfähigkeit

Prostata: Vorsteherdrüse. Eine der Geschlechtsdrüsen des Mannes, die die Harnröhre im ersten, blasennahen Abschnitt umgibt.

Prostataabszess: Eiteransammlung in einer durch Gewebseinschmelzung entstandenen Höhle der Prostata

Prostataadenom: gutartige Vergrößerung der Prostata beim älteren Mann

Prostatabiopsie: Untersuchung von Zellen beziehungsweise Gewebe aus der Prostata, in der Regel wird eine Nadelpunktion durchgeführt

Prostatahyperplasie: Begriffe mit gleicher Bedeutung für die durch gutartiges Geschwulstwachstum vergrößerte, den Harnabfluss behindernde Prostata

Prostatakarzinom: Krebsgeschwulst der Prostata, die meist von der Prostatakapsel ausgeht

Prostatakongestion: vermehrte Blutfülle und damit bedingte Schwellung der Prostata

Prostata-Radikaloperation: Entfernung des Prostataadenoms einschließlich der Prostatakapsel

Prostatektomie: Operation zur Entfernung der gutartig wuchernden Prostatadrüse, also zur Behandlung der Prostatahypertrophie

Prostatitis: Entzündung der Vorsteherdrüse

PSA: Prostata spezifisches Antigen;
Blutwert, der im Rahmen der Prostatavorsorge untersucht wird. Eine Erhöhung kann bei einer Entzündung der Prostata, gutartiger Prostatavergrößerung oder Prostatakarzinom nachweisbar sein.
PSA-Normalwert: 0-4 ng/ml
Graubereich: > 4-10 ng/ml
Karzinomverdächtig: > 10 ng/ml

Rektum, Rektumuntersuchung: Rektum bedeutet Mastdarm oder Enddarm. Bei der rektalen Untersuchung wird der Mastdarm ausgetastet und gleichzeitig die Oberfläche der Prostata beurteilt.

Resektion, Resektoskop: Siehe auch Elektroresektion. Unter Resektoskop versteht man ein Instrument zur Entfernung von Prostata- und Blasengewebe durch die Harnröhre.

Restharn: der nach Abschluss der Harnentleerung in der Blase zurückbleibende Urin

Samenblasen: der Prostata benachbarte, blasenartig geformte Geschlechtsdrüsen des Mannes

Samenfäden: Auch Samentierchen oder Spermatozoen genannt. Die in den Hoden gebildeten, beweglichen männlichen Keimzellen, die mit der Samenflüssigkeit ausgestoßen werden und das Ei befruchten.

Samenleiter: stricknadeldünne Hohlorgane mit kräftigem Muskelmantel, die den Transport der Samenfäden vom Nebenhoden bis in die Prostata besorgen

Sekret: Drüsenflüssigkeit, die von den Drüsenzellen in die Drüsenhohlräume und Ausführungsgänge abgegeben wird und Enzyme enthält (zum Beispiel Samenflüssigkeit, Speichel, Galle)

Sonde: stab- oder schlauchförmiges Instrument zur Einführung in Körperhöhlen

Sperma: Samenflüssigkeit

Sphinkter: Schließmuskel, der eine Öffnung ringförmig umgibt

Striktur: dauernde Verengung eines Kanals im Körper, zum Beispiel durch Narben

Suspensorium: Tragevorrichtung zum Beispiel für den Hoden

Symptom: Krankheitserscheinung

Testosteron: frei in der Blutbahn zirkulierendes Hormon

Transurethral: durch die Harnröhre

Überlaufblase: Mit Urin gefüllte Harnblase, die überläuft, aber nicht leer laufen kann. Es besteht nur ein gering andauernder Harnabfluss.

Urämie: Harnvergiftung, das heißt Anhäufung von Stoffen im Blut, die eigentlich durch die Niere ausgeschieden werden sollten, deren Ausscheidung aber durch eine Nierenerkrankung oder bei Prostataleiden durch Rückstauung unmöglich wird. Kann unbehandelt den Tod herbeiführen.

Urethra: Harnröhre

Urethrographie: röntgenologische Kontrastmitteldarstellung der Harnröhre

Urethroskopie: Spiegelung der Harnröhre

Urin: siehe Harn

Urinal: Auffangvorrichtung für Urin bei einer Inkontinenz

Uroflow: Urinfluß. Die Harnmenge, die pro Sekunde durch die Harnröhre fließt.

Urogenitalsystem: die Gesamtheit der Harn- und Geschlechtsorgane

Urographie: Röntgenkontrastdarstellung der Harnwege durch Einspritzung eines jodhaltigen Kontrastmittels ins Blut, das durch die Nieren ausgeschieden wird und so die Harnwege auf Röntgenbildern zur Abbildung bringt.

Urologie: Lehre von den Erkrankungen der Harnorgane und der männlichen Geschlechtsorgane

Vegetatives Urogenitalsyndrom: siehe Kongestionsprostatitis

Verweilkatheter: siehe Dauerkatheter

Viren: Kleinstlebewesen, die normale Bakterienfilter passieren können

Vorsteherdrüse: Prostata

Zwei-Gläser-Probe: Auffangen des Harns in zwei verschiedenen Gläsern. Dient zur Lokalisation von Harnwegserkrankungen.

Zystometrie: Blasendruckmessung, auch Zystomanometrie genannt

Zystoskopie: Spiegelung der Harnblase

Zystostomie: Herstellen einer direkten, dauerhaften Verbindung zwischen Blase und Haut. Durch eine Hohlnadel wird ein feiner Plastikschlauch durch die Bauchdecke in die Blase vorgeschoben und dann an der Haut befestigt. Er dient ähnlich wie die Katheter der Harnableitung aus der Blase.


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