Moderat oder schwer?
Einteilung der BPH erfolgt je nach Symptomatik in verschiedene Schweregrade.
Die Hauptanzeichen der benignen Prostatahyperplasie (BPH) sind entweder durch eine hemmende (obstruktive) oder eine reizende (irritative) Symptomatik der Harnentleerung bestimmt.
Wenn die vergrößerte Prostata die Harnröhre verengt, muss die Blase beim Wasserlassen den zunehmenden Widerstand überwinden. Die Blasenstruktur verstärkt sich. Der in der Blase verbleibende Harn, der nicht durch die verengte Harnröhre gepresst werden kann (sogenannter Restharn), ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Es kann zu Harnwegsinfekten oder Entzündungen von Prostata und Harnwegen kommen.
Bei der moderaten BPH-Symptomatik bestehen die Beschwerden oftmals in einem häufigeren Harndrang tags und nachts sowie einem länger andauernden Wasserlassen. Die BPH kann darüber hinaus mit zunehmender Schwere der Erkrankung die sexuelle Funktion des Mannes vermehrt stören und somit zusätzlich die Lebensqualität beeinträchtigen.
Bei schwerer reizender (irritativer) Symptomatik und schmerzhaften Entzündungen treten vielfach Erektionsstörungen auf. Die Lust am Sex (Libido) kann vermindert sein.
Je eher die Problematik der benignen Prostatahyperplasie erkannt wird, desto größer sind die Möglichkeiten, eine angemessene Behandlung einzuleiten um das Fortschreiten der Erkrankung schon frühzeitig aufzuhalten. Und somit das Risiko zukünftiger Komplikationen wie akuter Harnverhalt (Entleerung der Blase plötzlich nicht mehr möglich) und/oder BPH-bedingte Operationen zu reduzieren.
Als geeignetes Hilfsmittel zur Selbsteinschätzung behandlungsbedürftiger Prostatasymptome hat sich der Fragebogen IPSS erwiesen. IPSS steht für „Internationaler Prostata-Symptomen-Score“.
Der Fragebogen beinhaltet sieben Fragen zu den Beschwerden beim Wasserlassen sowie eine Frage zur Lebensqualität, die die Beeinträchtigungen in sechs Abstufungen – von fehlenden Symptomen („niemals“) bis zu häufigen Symptomen („fast immer“) – erfasst. Der aus diesen Ergebnissen resultierende IPSS-Wert bildet den Schweregrad der BPH-Symptome und damit die Therapienotwendigkeit ab.
Auch wenn Ihnen Ihre Beschwerden subjektiv noch nicht so belastend erscheinen, kann der Arzt neben der Tastuntersuchung an der Höhe und vor allem der Veränderung des Serum-PSA-Wertes erkennen, ob krankhafte Veränderungen an der Prostata vorliegen, und damit frühzeitig diagnostische und therapeutische Schritte in die Wege leiten.