Komplikationen

Komplikationen als Folge „verschleppter“ Beschwerden

Neben den als lästig bis qualvoll empfundenen Harnblasentleerungsbeschwerden kann eine unbehandelte benigne Prostatahyperplasie (BPH) mit dem damit verbundenen Fortschreiten der Erkrankung schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. Die sich oftmals schleichend entwickelnde BPH birgt die Gefahr, dass die Betroffenen "lernen, damit zu leben" und entstehende Komplikationen oft erst spät wahrgenommen werden.

Akuter Harnverhalt

Eine häufige, plötzlich auftretende und sehr schmerzhafte Komplikation der gutartigen Vergrößerung der Prostata ist der sogenannte akute Harnverhalt. Trotz starken Harndrangs kann kein Harn mehr gelassen werden, und die Harnblase muss mithilfe eines Blasenkatheters entleert werden.

Harnwegsinfekte

Zu den häufigsten Folgeerscheinungen der BPH gehören Harnwegsinfekte. Bedingt durch den in der Harnblase verbleibenden Restharn, in dem sich Keime leicht vermehren können, kommt es oft zu schmerzhaften Entzündungen, die sich nicht immer nur auf die Harnblase und den unteren Harntrakt beschränken.

Entzündungen des Nierenbeckens

Beim Rückfluss von Harn in das Nierenbecken, greift die Entzündung auf Nierenbecken und Nierengewebe über. Es kann zu Zerstörung von Nierengewebe und in der Folge zu Funktionsbeeinträchtigungen einer oder beider Nieren kommen.

Nierenbeckenentzündungen als Folgeerkrankung einer BPH treten in der Regel erst in einem späteren Stadium auf, wenn durch die deutliche Vergrößerung der Prostata die Restharnmenge ein erhebliches Ausmaß angenommen hat. Auch hier zeigt sich die Wichtigkeit eines frühzeitigen Therapiebeginns der BPH, um das Wachstum der Prostata rechtzeitig zu bremsen, bevor derartige Komplikationen auftreten.

Urosepsis

In der weiteren Folge besteht das Risiko, dass sogenannte harnpflichtige Substanzen nicht mehr ausgeschieden werden und Giftstoffe im Körper verbleiben ("Urosepsis"). Dies kann dazu führen, dass Bakterien aus dem Urogenitaltrakt in die Blutbahn übertreten und eine Sepsis ("Blutvergiftung") verursachen. Hierbei handelt es sich um ein schweres Krankheitsbild mit unter Umständen lebensbedrohlichem Charakter.

Blutungen

Darüber hinaus kann der auf die Harnblase ausgeübte Harndruck dazu führen, dass kleine Blutgefäße platzen und Blutungen entstehen. Auch von Schmerzen und Blutungen begleitete Samenergüsse bzw. Ejakulationen (Blutbeimengung zum Sperma bzw. Hämatospermie) sowie Blutbeimengungen im Urin bzw. Hämaturie sind möglich - Symptome, die oft als besonders beängstigend empfunden werden.